Apnoe narcose


Sie war weg, wahrscheinlich auf ihrem eigenen Weg.

War sie zu lange oder doch ein wenig zu kurz, ihre Abwesenheit?

Unangekündigt, unausgesprochen war diese Frau schon wieder entwischt. Wie ein Dieb. Der Dieb von deiner Zeit. Gibt es etwas Wertvolleres als das?

Und dann die Flucht. Sie fluchte unheimlich, als sie floh.

Um Dich zu beruhigen, es war keine Flucht vor dir, ihr oder vor denen. Es war eine Flucht vor ihr selber. Denn es wurde plötzlich zu wild, zu melancholisch und zu destruktiv. Ihr Leben verlor den Anspruch. Die Erwartungen waren geschrumpft. Sie war jedoch eine Lady mit hohen Erwartungen und noch höheren Ansprüchen gewesen.

Niemand Gesunder lebt in Eigendestruktion – und sie wollte gesund werden. Wenn du aufstehen willst – falle!

Die Stadt wurde zu eng, zu verrucht und zu verraucht – aja verlogen – zu verlogen war sie auch. Es fehlte einfach an sauberem H2O.

Luft – Atmen – Luft – Puh – ich lebe wieder.

Kennst Du Tiefseetaucher?

Genau das war es, was sie gebraucht hat. Einen Tiefseetauchgang. 1,2,3 spring…. in die Tiefe. Und du weißt nie, was dich dort unten erwartet. Während des Falls nach unten kommen Dämonen und die Fatamorgana aber auch Adrenalin und Serotonin und du willst mehr, mehr, mehr. Du verspürst Druck. Vor allem am Herzen. Und dann kommst du an. Und dort, wo du ankommst, bist nur du und dein Gewissen. Du triffst die Entscheidung, ob du wieder auftauchst. Und als wer du wieder zurückkommst. Und ob du zurückkommst. Die Entscheidung, ob du weiterhin mit Dämonen tanzen willst, oder ob du ihnen die Bühne überlässt, anders gesagt: Atmen oder nicht atmen. So verführerisch und erregend wird es plötzlich der eigene Herr über das eigene Leben zu sein. Wann passiert uns das heutzutage noch?

Sie war auch nach unten geflohen. Mhhhh. Dunkel, vertraut, laut in der Stille….

Sie entschloss sich, aufzutauchen. Nach dem Tauchgang in die Einsamkeit und Stille, atmet sie wieder Luft. Saubere, entgiftete, unglaublich bereinigende Luft.

Was hat sie daraus wohl gelernt?

Die Antwort ist ganz einfach. Zu lieben, an erster Stelle sich und dann die wertvollen, tollen Menschen, die es annehmen können. Nur diese. All dem anderen Ballast die Tür in die Freiheit zu gewähren. Zu fördern und fordern hat sie gelernt. Und zu schaffen… Lebensräume, Kunst aber vor allem Leben!

#AniaRadziszewska #Manulli