Während du schliefst


Es war eine stickige, heiße Nacht, so still dass man sogar den Atem hören konnte. Den Atem, die stillen Gespräche der Nachbarn und das Heulen der Heuschrecken. In ihren Adern pulsierte gerade das Blut. Laut und intensiv.

Sie konnte nicht schlafen. Seltsamerweise, schlief sie immer schlecht, wenn er, der der Kilometer entfernt war, auch am selben Problem litt. Sie wusste er und sie, würden wachen, und treffen sich gerade mit ihren Gedanken am halben Wege. Da ist der Platz der nur ihnen gehören würde, und sie könnten sich über alles austauschen. Wortlos. Der Platz an dem die Vernunft versagt, und Chemie, Metaphysik und die Poetik der Worte einsetzt. Im endlosen Universum. Sie machte sich auf den Weg, um ihm wieder dort zu begegnen. Der Platz an dem seine und ihre Gedanken zuhause waren, ist unglaublich verträumt. Er ist sehr weich und streng behütet. Dort ist alles möglich, es gibt keine Grenzen. Die Träume werden an-nahbar und die unausgesprochenen Worte und Gedanken bilden wunderschöne Geschichten. Dort reden sie über alles. Über Leidenschaft und den Schmerz der diese meistens wie ein Schatten begleitet. Sie kommunizieren über bunte Vögel, Kunst, Literatur und Gefühle, ab und zu über Angst – die sie sich gegenseitig abnehmen. Unglaublich vertraut, unglaublich sicher und geschützt. Unglaublich sinnlich. Es ist fast unvorstellbar wie viel Sinnlichkeit dort wohnt. Jeder von uns braucht so einen Platz, wo er alles sein darf, wo alles nach Zuckerwatte schmeckt. Den Platz an dem du hinfallen kannst, auf deine Knie und du weißt sie werden nicht bluten. Der Geschmack von Blut ist ja so stark metallisch. Jeder von uns kennt ihn aus der Realität, da wir so oft im Leben daran geleckt haben. Sie wusste, dass das Schaffen genau dieses speziellen Zufluchtsortes ihre Rettung sei, vor allem Wahnsinn der ihr täglich versucht auf den Kopf zu steigen, auf ihr herumzureiten. Meistens erfolglos, da sie eines Tages die Entscheidung traf, sich den Schatten der Angst zu stellen. Auge in Auge, und Zahn um Zahn. Seit dem sie immer auf gleicher Augenhöhe. Seit dem ist sie eine Herausforderung und nicht die Beute. Die wurde zum Jäger anstatt gejagt zu werden. Eine sehr große Verantwortung, die man mit Würde und Respekt in sich tragen sollte. Überleben ohne bewusst zu verletzen. Heute trafen sie sich aus einem besonderen Anlass, um in stille einfach nur einschlafen zu können. Sie wollten sich einfach kurz sagen, dass sie jetzt schlafen können. Einfach nur ein stilles Gute Nacht, ich bin hier!

Work from my last shooting for the Brand Emilo Nazow Model: Ina May Mua: Nadine Mayerhofer

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